Der implizite Kanon an Schweizer Gymnasien

Damit ein Literatur-Kanon zustande kommt, sind zwei allgemeine Prämissen zu veranschlagen: die Notwendigkeit, (1) aus einer unüberschaubaren Menge von Texten auszuwählen und (2) solche Auswahl begründet vorzunehmen. […] Kanones tragen dazu bei, die Identität einer Gruppe zu stiften, sie gegen andere Gruppen abzugrenzen und zu legitimieren, und sie bieten Orientierung, indem sie als Maßstab für…

Die „Kanonfrage“ – Anlass zur Selbstreflexion

In der „Kanonfrage“ scheint besonders in einem Punkt Einigkeit zu herrschen: Das Festhalten an einem klassischen Literaturkanon vergangener Generationen ist überholt und Bedarf einer Neuausrichtung, die sich an aktuellen gesellschaftlichen Fragen und Themen orientiert. Sei es zum Aufbau eines „Orientierungswissens“ oder zur kritischen Auseinandersetzung und Werteerziehung. Kerstan und Berg präsentieren entsprechend eigene Alternativentwürfe für einen…

Einige Gedanken zu den Themen Kanon, Kanonbildung und Bedeutung des Kanons für den Unterricht

(Die in doppelten Anführungszeichen stehenden Passagen sind Zitate aus dem Zeit-Artikel „Wir brauchen einen neuen Kanon“ von Thomas Kerstan.) Seine „Suche nach einem Kanon“ begründet Kerstan im Artikel in der Zeit mit zwei unterschiedlichen Regungen, mit einem Gefühl der Verunsicherung und mit Neugier. Ein Kanon, so könnte man also vielleicht sagen, scheint einem ‚defensiven‘ und…

Kommentar zu „Die Kanon“

Das Online-Projekt Die Kanon bietet eine alternative Sichtweise auf Kanonlisten, wie sie in diversen Schulhäusern, Lehrplänen oder Studienprogrammen nach wie vor vorhanden sind: Die Betreiberinnen der Seite nehmen ausschliesslich weibliche Akteurinnen und deren Werke in den Blick. Dies scheint äusserst interessant, da weibliche Autorschaft (und Existenz) nach wie vor vernachlässigt wird. Dabei wurde auch in…

Vom Text zur Literaturgeschichte

Wir lesen folgende drei Texte: Lili Grün: Liebe Kardinar/Schlecht: Das Fräulein von Scuderi (Rezension) Duvanel: Waschtag Was ist daran aus einer historischen Perspektive interessant? Wie kann – ausgehend von einer Lektüre dieser Texte – literaturgeschichtliches Lernen ermöglicht werden? Bezugspunkt dieser zweiten Frage kann die Formulierung von Spinner aus dem Basisartikel »Literarisches Lernen« (2006) sein:

Kanondiskussion

Studiere einen der beiden Vorschläge zu einer Reform des Kanons: Die Zeit: Kerstan Kanon (online hier) DieKanon.org: Berg – Vorwort (publiziert auf diekanon.org) Beantworte dazu folgende Fragen: An welchen Grundsätzen orientiert sich der Vorschlag? Welche Werke/Autor*innen dieser Kanonvorschläge gehören in den gymnasialen Deutschunterricht? Welche Werke fehlen aus deiner Sicht in diesen Kanonvorschlägen – und wie begründest du das?

Literaturgeschichte im 21. Jahrhundert: zwei Zitate

Vor 15 Jahren, als die erste Ausgabe dieser Literaturgeschichte erschien, gab es kein Powerpoint, die Email- und Mobiltelefonkommunikation steckte in den Kinderschuhen. Es war nicht daran zu denken, dass der größte Teil der im Alltag wie in der Wissenschaft benutzen Informationen einmal aus »dem Netz« bezogen würden. […] Dieses Informationsverhalten hat auf das Fach Germanistik…

Methodenidee: History Dinner

Tolle Idee von @KKNTeachLearn : History Dinner, hier mit Gastgeber Georg Büchner. Gäste aus dem 19. Jh. von mir ausgewählt,die SuS recherchieren Gesprächsthemen und begründen eine passende Sitzordnung. Auf fast jedes Thema anwendbar. #Twitterlehrerzimmer pic.twitter.com/PMkvR9boTi — Julia Reiche (@julia_reiche) February 1, 2019 Die Idee hat Julia Reiche für den Deutschunterricht (und Georg Büchner) adaptiert, ihr…