Besuch des Strauhofs

Nach dem Besuch im Strauhof ergab sich ein für mich anregendes Gespräch mit einigen Kommilitoninnen. Ein paar Einsichten möchte ich hier mit dem Seminar teilen.

  1. Der Besuch einer solchen Ausstellung, die dem Inhalt geschuldet sehr textlastig ist, will gut geplant sein. Denn auch wenn man sich in diesem Fall wohl auf das Vermittlungsangebot hätte verlassen können, würde ich im Vorfeld in etwa wissen wollen, wie diese Vermittlung in etwa angestrebt wird – die Qualität und Tiefe dürfte nicht überall so hoch sein, wie das im Strauhof den Anschein macht. Dies bedeutet wiederum eine Mehrbelastung der Lehrperson.
  2. Wir haben besprochen, wie lange solche als Schüler*innen erlebte Schulausflüge auch uns noch im Gedächtnis bleiben. Jede*r von uns kann sich wohl noch an den einen oder anderen Museumsbesuch während der Schulzeit erinnern. Und genau diese langanhaltende Erinnerung bringt mich zur Überzeugung, dass solche Bildungsausflüge unglaublich wichtig sind. Während ich noch bei der Führung durch die Ausstellung etwas skeptisch war, wie viel es dort für Schüler*innen fachlich zu holen gibt, habe ich erkannt, dass vielleicht nicht nur dieses inhaltliche Potential von Bedeutung ist:
    A. Die Erfahrung der Wahrnehmung von Kunstwerken in der Gesellschaft – Kunst ist nicht nur Thema im Unterricht, sondern wird auch in der Öffentlichkeit in verschiedenen Formen rezipiert, kritisiert, genossen. Das hat für den Literaturunterricht legitimierende Kraft.
    B. Berührungspunkte mit der Frage, wie man ein Kunstwerk in Szene setzt (Dramaturgie, Koratorik, Aufführungspraxis), anstatt theoretisch im Elfenbeinturm Schulzimmer in der Praxis zu betrachten.
    C. Eine ganz persönliche/eigene Auseinandersetzung mit einem Bildungsort der ausserhalb der Schule steht und nicht allein für ‚Schulkonsument*innen‘ gemacht ist.
  3. Eine wichtige Frage, die für mich weiter offen bleibt, ist: Wie geht man die Vor- und Nachbereitung eines solchen Besuchs an? Wie stark verschränkt sollen solche Ausflüge mit dem Unterricht sein? Oder dürfen diese auch für sich selbst stehen und reflektiert werden?

—-Marco

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