Museum als ausserschulischer Lernort nutzen

Die Berichte und Diskussionen zum Besuch im Strauhof haben mir (als leider am Besuch Verhinderter) vor allem zwei Gesichtspunkte aufgezeigt, die bei einem allfälligen Museumsbesuch zu prüfen sind und in der Sitzung entsprechend diskutiert wurden: 1. Welche didaktische Leistung wurde bei der Ausstellungskonzeption selbst schon erbracht (Passen meine Schülerinnen und Schüler in die anvisierte Zielgruppe? Passt die inhaltliche Gestaltung zu meinen Lernzielen?) 2. Wie lässt sich ein Museumsbesuch sinnvoll einbinden (welche Möglichkeiten bietet der Museumsbesuch?).

Zum ersten Punkt zeigt die Ausstellung im Strauhof sehr schön, dass das Ausstellungskonzept anscheinend ohne Einbezug von Museumspädagogen und Museumspädagoginnen entwickelt wurde, was aus den Rückmeldungen der beiden Vermittlerinnen zu schliessen war. Die damit verbundenen Schwierigkeiten der inhaltlichen Zugänglichkeit und Anschaulichkeit haben gleichzeitig Konsequenzen für die didaktische Vorbereitung und Ausrichtung des Museumsbesuchs, was die Zugänglichkeit für Gymnasialschülerinnen und – schüler angeht. Hürden in Bezug auf die Zielpublikumsorientierung verurteilen jedoch ein solches Projekt nicht unbedingt im Vornherein zum Scheitern.

Gerade wenn die Ausstellung in inhaltlicher Hinsicht für die im Unterricht verfolgten literaturgeschichtlichen Lernziele einen geringen Mehrwert bietet, weil sie beispielsweise ein zu grosses Vorwissen voraussetzt oder auf medialer Ebene schwer zugänglich ist (Sprache, textlastig), dann bietet sich eine Reflexion über das Ausstellungskonzept oder geeignete Vermittlungsformen an. Die Beobachtung, Beschreibung und Reflexion über die Formen der Darbietungen in der Ausstellung durch die Schülerinnen und Schüler bieten einerseits gute Diskussionsgrundlagen, die über eine Diskussion wie „wie hat’s euch gefallen/was habt ihr mitgenommen“ hinaus gehen, gleichzeitig aber auch gute Anschlussmöglichkeiten für eigenständige Arbeiten und die Vertiefung der Kompetenz „ausserschulische Lernorte (Museen) nutzen“ bieten. Genannt wurden in der Sitzung beispielsweise die Inszenierung eines weiteren Themenfeldes als zusätzlicher Ausstellungsraum. Denkbar wäre ebenfalls, sich mit einem inhaltlichen Teilaspekt in der Ausstellung gezielt zu beschäftigen und in Verbindung mit einer eigenständigen Nachbearbeitung eine für die eigene Stufe ansprechendere Darbietungsform zu entwickeln. Auf diesem Weg wird gleichzeitig wieder literaturgeschichtliches Lernen möglich, dass sich jedoch verstärkt am Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler orientiert.

Die Nutzung ausserschulischer Lernorte unterliegt damit, kurz gesagt, der gleichen didaktischen Analyse wie das bekannte Methodeninstrumentarium des klassischen Schulzimmerunterrichts.

-Simon

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