Nachtrag zur Sitzung „Leistungsnachweise in der Literaturgeschichte“

In der gestrigen Diskussion haben sich diverse Fragen ergeben, die nicht abschliessend zu beantworten sind und gerade deshalb nach einem differenzierten Umgang verlangen:

  • Wie offen respektive konkret soll eine Aufgabenstellung formuliert werden?
    Hier fragt sich zum einen, ob eine zu konkrete Fragestellung die S*S verunsichert und deren Arbeit möglicherweise sehr stark reguliert. Das Problem von offenen Fragen ist wiederum, dass die Bewertungskriterien nicht immer transparent sind – wenn beispielsweise lediglich eine Aufzählung von Epochen-Merkmalen stattfindet und eine weiterführende Beurteilung ausbleibt, kann dies bei der Bewertung problematisch sein – nämlich wenn diese Arbeitsschritte nicht ausdrücklich verlangt wurden.
    Wie bei weiteren Themen bleibt hier darauf hinzuweisen, dass der vorangegangene Unterricht für die jeweilige Prüfungsaufgabe von Bedeutung ist: Falls die Kriterien im Unterricht dargelegt und ein klares Vorgehen besprochen wurden, kann eine offene Aufgabenstellung genügen.
  • Bei Projektarbeiten, wie Präsentationen oder Plakatgestaltung, stellt sich ebenfalls die Frage, wie detailliert die Vorgaben und Anleitungen ausfallen sollen. Je klarer kommuniziert wird, was sich die Lehrperson unter einer guten Recherche vorstellt, desto eher können Indikatoren für die Bewertung formuliert werden. Bei Projektarbeiten ergibt sich weiter die Diskrepanz von inhaltlicher Tiefe und Produkt – für S*S sind die formalen Unterschiede des Produkts/der Präsentation viel eher erkenntlich als inhaltliche Qualitäten. So kann es zu Unverständnis führen, wenn ein Produkt formal sehr attraktiv daher kommt, inhaltlich jedoch ungenügend bleibt. Auch hier sind Transparenz und klare Kommunikation betreffend der Beurteilungskriterien gefragt, um nachträgliche Unzufriedenheit abzufedern.

Nora

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