Wieso sollen die Lernenden die Klassenlektüre überhaupt lesen?

Philippe Wampfler geht in einem Blog [1] der Frage nach „Was tun, wenn Jugendliche keine Bücher lesen?“. In diesem Zusammenhang scheint mir zentral, dass die Lehrperson überzeugend begründen kann, weshalb die Bücher überhaupt gelesen werden sollen. Kenne ich den „Faust“ denn nicht bereits ausreichend gut, wenn ich die Königs Erläuterungen gelesen, mir schmunzelnd Sommers Playmobil Video angesehen[2] und mich auf Seiten wie sofatutor.ch über die wichtigsten Interpretationsansätze informiert habe? Eine beliebte Antwort darauf ist, dass die Klassenlektüre zum Deutschunterricht gehört und man den „Faust“ einfach gelesen haben muss. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich mir genau diese unbefriedigende Antwort für kritische Nachfragen von Seiten der Lernenden im Kopf zurechtgelegt habe. Diese Antwort wird jedoch viele Schülerinnen und Schüler kaum überzeugen, besonders jene, die nicht aus einem bildungsbürgerlichen Umfeld stammen und die Eltern eben diesen „Faust“ auch nie gelesen haben.

Wie kann ich als Lehrperson den Schülerinnen und Schüler vermitteln, dass es wichtig ist, sich auf die Lektüre der Bücher einzulassen und sich nicht lediglich auf Zusammenfassungen zu verlassen? Wie kann ich meinen Unterricht so gestalten, dass die vorangegangene Lektüre des Buches einen erkennbaren Mehrwert darstellt? Diese Fragen beschäftigten mich seit einigen Monaten. Zufriedenstellende Antworten konnte ich mir darauf jedoch noch nicht geben.

Wie seht ihr das? Habt ihr bereits Antworten darauf gefunden?

Liebe Grüsse, Judith

[1] <https://fd.phwa.ch/?page_id=1233> [6.5.2019].

[2] Gedanken zu Sommers Weltliteratur to go von Philippe Wampfler: <https://schulesocialmedia.com/2019/04/08/literarisches-und-mediales-lernen-mit-playmobil-kurzvideos/ > [5.5.2019].

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